WALES – Newport Transporter Bridge

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Eines der interessantesten technischen Denkmäler von Wales findet sich in Newport! Die Newport Transporter Bridge. Sicherlich ist Newport keine Stadt, wo man unbedingt gewesen sein muss. Wie sagt man so schön, der Lack ist ab! Der Niedergang der Kohle in Wales hat auch den Niedergang der Hafenstädte bewirkt. Newport ist da nur ein Opfer, auch Swansea ist dieses Schicksal zu teil geworden. Einzig Cardiff hat es geschafft… Aber Newport hat einen Vorteil, zumindest für mich. Die Brücke ist nur ‚ein‘ Highlight in dieser Gegend. In der Nähe findet sich nicht nur das ‚Big Pit‘ National Coal Museum (ja…schon wieder Kohle) und die Blaenavon Ironworks, nein, auch die Pontypool and Blaenavon Railway wartet auf einen Besuch (auch auf meinen!).

Mit dem Auto kommt man natürlich recht gut hin. Vom Bahnhof Newport ist ein ca. 20 minutiger Fussweg erforderlich. Aber das geht schon…

  • Öffnungszeiten: 01. April – 30. September, Mittwoch – Sonntag 10-17 Uhr
  • Adresse: Stephenson St, Newport NP20 2JG, Vereinigtes Königreich
  • Website offiziell 

Newport Transporter Bridge

Wenn man vom Bahnhof Richtung Brücke geht stellt wann schnell fest, was in Newport nicht stimmt. Ein ‚One-Pfund‘ Laden löst den nächsten ab, natürlich unterbrochen von Telefonläden…! Egal, böse gucken und durch. Dann ist die Brücke erreicht. Wow, so was sieht man nicht so oft. Eine Schwebefähre… Weltweit existieren heute nur noch 8 Stück dieser Bauart und die Newport Transporter Bridge ist zwar nicht die Älteste, dafür aber die Größte.

Schwebefähre

Natürlich schwebt die Fähre nicht, sondern hängt an einer Art Brücke. Die Höhe der Brücke ist abhängig von der Durchfahrtshöhe der passierenden Schiffe.
Wozu braucht es eine solche, auf den ersten Blick recht komplizierte Konstruktion? Diese Lösung wird im Normalfall an Stellen eingesetzt, wo durch hohen Tidengang ein Fährschiff nicht in Frage kommt und eine Brückenlösung (Klapp- oder Drehbrücke) zu teuer ist. Bei festen Brücken müssen entsprechend der durchfahrenden Seeschiffe lichte Höhen eingehalten werden. Daraus ergeben sich teilweise recht lange Auffahrtrampen. Im Zeitalter der Massenmobilität sind Schwebefähren, ähnlich ‚richtiger‘ Fähren zum Flaschenhals geworden. Heute werden richtige Brücken gebaut, auch wenn ein längerer Anfahrtsweg erforderlich ist.

In Newport war es wohl vor allem der recht große Tidenhub der Usk (im Durchschnitt ca. 10m), der zum Bau der Schwebefähre führte. Die Schwebefähre macht ihrem Namen im Betrieb alle Ehre. Nicht nur vor dem Hintergrund des schlammigen Wassers, auch die Ruhe, mit dem sich das Gefährt bewegt, gefällt.

Es gibt ein kleines Museum, das in die Geschichte der Brücke einführt, auch kann man das Maschinenhaus besichtigen und die Brücke selbst besteigen….oder einfach mal hin und zurück schweben!

Fazit

Wenn man in der Nähe ist, gehört die Newport Transporter Bridge auf jeden Fall auf dem Besichtigungsplan. Es ist schön, das Geld für den Erhalt dieses technischen Denkmals bereitgestellt wird. Einen kleinen Hinweis noch, es gibt in Großbritannien noch eine zweite Schwebefähre, nur unwesentlich kleiner, aber auch sie ist noch in Betrieb. Sie befindet sich in Middlesbrough an der Nordsee. Das ist auf halben Weg zwischen York und Newcastle. Apropos Nordsee, am deutschen Nord-Ostsee-Kanal in Rensburg gab es auch eine Schwebefähre, die an die dort kreuzende Eisenbahnbrücke angehängt worden war. Leider ist sie Anfang 2016 bei einem Unfall beschädigt und danach stillgelegt worden. Aber es gibt zumindest einen Plan die Fähre wieder in Betrieb zu nehmen. Doch wie das in Deutschland so ist…frühestens Anfang 2020! Na warten wir mal ab… Wo ist eigentlich immer das Wasser…?
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WALES – Welsh Highland Railway

DEUTSCHLAND – Besucherbergwerk F60

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