Das sächsische Schmalspurbahn Museum Oberrittersgrün

Ein wahres Kleinode verbirgt sich westlich des Fichtelberges im Pöhlwassertal. Dicht an die Grenze zu Tschechien gedrängt, findet sich in Oberrittersgrün das sächsische Schmalspurbahn Museum. In diesem Teil der Gemeinde Rittersgrün befand sich bis zur Stilllegung 1971 der Endpunkt der Schmalspurbahn Grünstädtel – Oberrittersgrün. Auch hier gibt es frühe Erinnerungen an einen Besuch, leider mit einer sehr wagen Zeitangabe (Anfang der 80iger) und ohne Fotodokumente. Und doch ist dieser Besuch nicht aus meinen Kopf gewichen.

So kam es auch, in Rittersgrün nach einer Unterkunft zu suchen, da mich O’thal nicht wollte, bzw. nicht das bieten konnte, was ich mir vorgestellt hatte. Habe auch ein empfehlenswertes Haus gefunden. Die Villa Sternkopf ist nicht nur ein herausragendes, ich würde sagen, Apartment Hotel, sondern ein umgebautes historisches Sägewerk mit Bahnanschluss. (hiervon ist zwar nichts mehr sichtbar, aber trotzdem schön zu wissen)

Rittersgrün

An dieser Stelle ein paar Worte zur Örtlichkeit. Die Gemeinde Rittersgrün ist natürlich mehr als der Ort mit dem sächsischen Schmalspurbahn Museum. Gegründet wurde die Gemeinde 1856 durch Zusammenschluss der Orte Ober-, Unterrittersgrün mit Rothenhammer Rittersgrün. In den Folgejahren wurden die meist nur aus wenigen Höfe bestehenden Ansiedlungen im Wald eingemeindet, 2007 folgte dann die Verbindung zu Breitenbrunn, deren Ortsteil Rittersgrün heute ist. Auch wenn wir heute ein, vom Schmalspurbahn Museum abgesehen, völlig unbedeutendes Streudorf (im Gegensatz zu den üblichen Waldhufendörfern in Sachsen) vorfinden, war dies nicht immer so. Rittersgrün liegt an einer ehemaligen Passstraße über das Erzgebirge. Der Rittersgrüner Pass hatte vor allem regionale Bedeutung für den Transport von Erzen und anderen Bergbauprodukten von und nach Joachimsthal (Jáchymov). Heute existiert nicht einmal eine richtige Straße, es gibt nur ein Übergang für Fuß- und Radfahrer. Die Orientierung für Industrie und Bevölkerung jedoch, findet heute wie damals das Pöhlwassertal hinab Richtung Schwarzenberg statt. Das Pöhlwassertal, in Ost-West Richtung gelegen, ist relativ eng, steil und dementsprechend dunkel, was Landwirtschaft nur im geringen Maße zulässt. So hat/konnte/musste sich schon früh der Bergbau als die dominierende Kraft im Tal durchgesetzt. Dem Erz der Berge folgte die Verarbeiter, die Hammerwerke (z.B. Arnoldshammer). Es gab gar nicht mal so wenig, wie sich anhand der Straßennamen ablesen lässt. Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgte nach Schließung des letzten Hammerwerkes / Hochofens eine komplette Neuorientierung der Industrie. Nun fanden sich hier Holzverarbeiter bzw. Pappen- und Papierhersteller wieder, von denen es heute, wenngleich unter anderen Namen noch einige gibt. (z.B. Flemming in Globenstein)

Die Wismut, der Meteorit und Tornados

Der Erzbergbau kam noch einmal zurück. In den östlichen Ortsteilen Unruhe (Schacht 336), Ehrenzipfel (Schacht 24) und Tellerhäuser gewann die SDAG WISMUT bis Mitte der 50iger Jahre Uran. Ein anderes kurioses Gestein fand ein Waldarbeiter 1833 in Ehrenzipfel, den Rittersgrüner Meteoriten! Der Finder versuchte zuerst den 86 Kilo schweren Eisenbrocken in umliegenden Hochöfen schmelzen zu lassen, was nicht gelang, um ihn schließlich an die Bergakademie Freiberg zu verkaufen (wo er heut noch ist, eine Kopie befindet sich im Schmalspurbahn Museum). Aber nicht nur Steine die vom Himmel fallen finden sich in Rittersgrün, nein, auch Tornados durchstreifen das Tal ab und zu, so zuletzt 2003 und 2005. Wahnsinn!

Die Pöhlwassertalbahn Grünstädtel – Oberrittersgrün

Im sächsischen Landtag erkannte man, das das Mitte des 19. Jahrhunderts verarmte Pöhltal aufgewertet werden musste. So begann man 1883, also relativ früh, mit den Vorarbeiten für den Streckenbau zwischen Grünstädtel und Oberrittersgrün. Die ausgeführten Planungen sahen vor, dem Tal des Pöhlwasser weitestgehend zu folgen. Vor allem die wachsende Holzindustrie incl. deren Zulieferer sollten direkten Anschluss an die Bahn erhalten. Die Eröffnung der Strecke erfolgte nach 1 1/2 jähriger Bauphase im Sommer 1889. Als Startpunkt wurde der Bahnhof Grünstädtel an der Strecke Annaberg – Schwarzenberg gewählt. Die Einbindung in den, nur 2,5 km entfernten Bahnknoten Schwarzenberg konnte nicht realisiert werden. Die Schmalspurbahn hatte auf ihrer Länge von 9,3 km 7 Bahnhöfe (wovon 6 für Personen- und Güterverkehr ausgelegt waren) und auch 7 industrielle, meist auf freier Strecke gelegene Anschlussgleise. Da das Pöhlwasser an einigen Stellen überquert werden musste, wurden zahlreiche Brücken und Durchlässe angelegt, aber ansonsten mussten während des Bahnbau keine Herausforderungen gemeistert werden.

Obwohl die Güterleistungen nicht gering und auch der wachsende Personenverkehr, vor allem durch die Berufspendler Richtung Schwarzenberg stetig stieg, konnte die Bahn jedoch nie kostendeckend betrieben werden. Im Gegensatz zu anderen Schmalspurbahnen in Sachsen, wurde die Pöhlwassertalbahn nie mit Rollwagen, sondern nur mit eigenen (Schmalspur-) Güterwagen betrieben. Diese Einschränkung ergab sich aus der Lage der Strecke in dem doch an manchen Stellen recht engen Tal. Auch für diese Bahn wurde Mitte der 60iger Jahre Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit durchgeführt. Hier fanden sich jedoch keine Fürsprecher und so wurde die Bahn, nachdem der Kraftverkehr für die Aufnahme der Leistungen gerüstet schien, Ende September 1971 stillgelegt.

Fakten

  • Streckenlänge: 9,36 km
  • Spurweite: 750 mm
  • Steigung: max. 33 Promille
  • höchster Punkt: 607 m
  • Höhenunterschied: 166 m
  • Kurvenhalbmesser: 80 m
  • Eröffnung: 30. Juni 1889
  • Stilllegung:25. September 1971

Die Strecke heute

Es ist erstaunlich, aber auch nach so vielen Jahren lässt sich der Verlauf der Strecke recht gut verfolgen. So sie der Straße folgte, findet sich heute ein gut ausgebauter Radweg incl. der Brücken. Die Haltepunkte bzw. Bahnhöfe sind jedoch nicht mehr auffindbar, da sie meist nur aus einem Häuschen mit Stationsschild bestanden. Was die Anschliesser betrifft, so haben doch einige Gebäude die Zeiten überlebt, wenn auch teilweise mit neuer Nutzung (mein Hotel). Alle sicherbaren Devotionalien finden sich im Schmalspurbahn Museum.

Eisenbahnknoten Schwarzenberg

Hier noch ein Wort zum Bahnhof Schwarzenberg. Die heute noch vorhandenen Bahnanlagen, lassen (nur) vermuten, das der Bahnhof in der Region eine entscheidende Bedeutung hatte. Hier waren drei Strecken verknüpft, die nicht nur der regionalen Erschließung dienten, sondern auch den Anschluss an die weite Welt brachten. Als erstes erreichte die Obererzgebirgische Staatseisenbahn 1858 von Zwickau, Schwarzenberg.

Der Bahnhof wird zum Knoten

Es dauerte bis 1883 als eine weitere Strecke Schwarzenberg erreicht, nun von Johanngeorgenstadt, wo eine Verbindung nach Karlsbad und weiter nach Böhmen hinein (Pilzen) anschließen sollte. Die großen Pläne zerschlugen sich schon vor Baubeginn der Strecke nach Johanngeorgenstadt, die so nicht als Hauptbahn, sondern als Sekundärbahn gebaut wurde. Der Anschluss nach Karlsbad (Karlovy Vary) erfolgte erst 1899. Auch heute gibt es noch eine stündliche Verbindung von Johanngeorgenstadt über Schwarzenberg nach Zwickau. Durchgehende Züge Richtung Karlsbad gibt es nicht mehr, aber zumindest Anschlusszüge der CD. Muss aber eine schöne Strecke sein, es geht auf 36 km erst einmal nach weiter den Berg hinauf und dann sage und schreibe 539 m nach unten. Angeblich, ich bin ja bei sowas immer ein wenig vorsichtig, wird die Strecke auch der ‚Erzgebirgische Semmering‘ genannt.

Eine weitere Strecke erreicht den Bahnhof

Die dritte Strecke erreichte, von Annaberg-Buchholz (damals noch Buchholz(Sachs)) kommend, 1889 den Bahnhof Schwarzenberg. Diese Strecke sollte einerseits den Annaberger Firmen Zugang zur Zwickauer Steinkohle sichern, anderseits die beiden, an den Endpunkten gelegenen Hauptbahnen verbinden. Die Strecke, obwohl landschaftlich sehr schön gelegen, erreichte im Personenverkehr nie die Bedeutung, die sie für den Güterverkehr hatte. Interessant ist, auch wenn im Moment hier kein regulärer Zugverkehr stattfindet, das von einem Aussichtspunkt gut einsehbare Markersbacher Viadukt (Höhe 36,5 m / Länge 236,5 m). Die Strecke wird heute nur noch von Sonderzügen der Erzgebirgischen Aussichtsbahn (teilweise mit Dampf) befahren. Außerdem testet die DB hier das autonome Fahren, 5G Anwendungen und erforscht mit dem ‚Living Lab‘ neue Bahntechniken. Im ehemaligen Schwarzenberger Bahnbetriebswerk gibt es auch ein Eisenbahnmuseum (hab ich nicht geschafft, Öffnungszeiten!)

Das sächsische Schmalspurbahn Museum

Bevor wir zum eigentlichen Schmalspurbahn Museum kommen, noch ein Blick in die Vergangenheit. Anfang der 70iger gab es Bemühungen, die Ferienplatzsituation in der DDR zu verbessern. Es wurde Ziele nahe den klassischen Urlaubsorten gesucht. Auch Rittersgrün wurde geprüft, lag es doch nahe Oberwiesenthal auf der einen und Johanngeorgenstadt auf der anderen Seite. Eine meteorologische Studie des Mikroklimas stellte fest, das sich Rittersgrün durch die trockene Luft mit den umgebenen dichten Wald als Luftkurort eignen würde. Um sich als Urlaubszentrum anzubieten, wurden weitere Ideen gesucht, um den Ort attraktiv darzustellen. Da zu diesem Zeitpunkt schon klar war das die Bahn geschlossen werden würde, kam der Gedanke auf, die Bahn oder zumindest Teile davon zu erhalten, um in Rittersgrün einen Ankerpunkt für die zukünftigen Urlauber zu etablieren.

Es geht schnell

Mit der Bekanntgabe des Zeitpunktes der Stilllegung (nur 14 Tage vor dem Ende) begann hinter den Kulissen hektische Betriebsamkeit, um zu retten, was noch zu retten war. Der Ortschronist Gerhard Lang, schon vorher die treibende Kraft hinter der Mission Museum, wurde nun offiziell von der Gemeinde beauftragt, die Dinge zu regeln. Verhandlungen mit der Deutschen Reichsbahn in allen Ebenen standen an. Unterstützt wurde Herr Lang von der Denkmalbehörde. Das Problem war, das es bis zu diesem Zeitpunkt kein Vorbild zum Aufbau einer technischen Schauanlage auf Gemeindeebene in der DDR gab. Trotz allem, traf Lang und Gemeinde auf offene Ohren bei allen DR Verantwortlichen und so konnte man innerhalb kürzester Zeit (4 Monate) eine Lok und einige Wagen organisieren. Die Zeit drängte, da die Strecke zurück gebaut werden sollte (ein Stück Gleis fehlte schon, wurde aber für die Überführung der Fahrzeuge wieder eingebaut). Im März 1972 begannen die ersten Erhaltungsarbeiten am Lokschuppen, der Jahrelang der Mittelpunkt des Museums seinen sollte. Offiziell gegründet wurde das Museum 1977 als erstes Eisenbahnmuseum der DDR. Das Empfangsgebäude wurde 1984 Teil des Museums. 1992 gründet sich der ‚Förderverein Eisenbahnmuseum Rittersgrün 1972 e.V.‘ aus der alten DDR Arbeitsgemeinschaft, der sich mit den anfallenden Arbeiten im Museum beschäftigt. Als Dauerleihgabe kommt 1999 die zweite ‚große‘ Lokomotive ins Museum, die 99 759 der SDG sächsischen Dampfbahngesellschaft. 2003 erfolgt Übernahme des Museums durch den Förderverein von der Gemeinde, der sich in „Sächsisches Schmalspurbahn Museum Rittersgrün e.V.“ umbenennt. Es nennt sich jetzt offiziell sächsisches Schmalspurbahn Museum. Durch die Mitglieder des Fördervereins erfährt das Gelände, die Fahrzeuge einer ständigen Verschönerung und Verbesserung. Obwohl viel zu tun ist, lädt das Museum über das Jahr zu zahlreichen Veranstaltungen ein.

  • Öffnungszeiten:
    • im Moment auf Grund der aktuellen Lage geschlossen.
    • sonst ganzjährig Di – So 10 – 16 Uhr
  • Adresse:
    • Kirchstraße 4, 08359 Breitenbrunn/Erzgebirge
  • Website offiziell

Das Museum

So man das Gelände betritt bzw. wie ich, befährt, ist erst einmal überrascht. Die gesamte Anlage macht einen sehr gepflegten, ja durchdachten Eindruck. Wie ich oben schon erwähnte, war ich als Jungendlicher schon einmal hier, aber ein wenig hat mich die Erinnerung im Stich gelassen. Ich habe nur den Lokschuppen und eine Lokomotive, eine sächsische IV K vor Augen. Es hat sich doch viel verändert in den vergangenen Jahren. Nun gehört also auch das Bahnhofsgebäude dazu, hier befindet sich der offizielle Eingang, die Kasse und das eigentlich Museum. Aber das ist natürlich nicht alles. Überall auf dem Gelände finden sich Exponate, sinnvoll nach Themengebieten geordnet. Und dann ist da noch der Lokschuppen, sozusagen die Keimzelle des Museums. Überall wird gewerkelt. Werden die Mitarbeiter bezahlt? So mitten am Tag kann ich mir nicht vorstellen, das hier freiwillige Arbeit geleistet wird. Da stellt sich für mich sofort die Frage, wie sich so ein Museum finanziert. Spenden? Fördergelder? Eintrittsgelder? Durch die sicherlich nicht! Die Eintrittspreise sind gering (zu gering!) und wenn man eine regionale Gästekarte, ist der Besuch des Museums sogar Kosten frei. Habe jetzt auch nicht gefragt (über Geld spricht man nicht), nicht nachgeforscht (das ist bei Vereinen schwierig), es ist auch egal wo das Geld herkommt, solange alles so schön in Schuss ist. Ach ja, fast vergessen, das Museum hat eigentlich immer auf (außer Montag, naja das geht), also ganz nach meinem Geschmack!

Das Bahnhofsgebäude

Schauen wir uns erst einmal im Hauptgebäude um, obwohl, für viele wird wohl eher der Lokschuppen die Hauptattraktion sein. Ich bin da natürlich (natürlich) völlig wertfrei! Hatte ich den freundlichen Empfang im Museum erwähnt, nein, sollte ich aber und das, obwohl ich beim Mittagessen gestört habe. Wie kann man die 2018 neu eingerichtete Ausstellung beschreiben, klein, fein… herausragend, ja das trifft es am Besten.

Die Eisenbahn kommt ins Erzgebirge

Ein schönes Motto für den ersten Raum. Behandelt werden die Geschichte der Eisenbahn, die Ideen der Sachsen und die Erschließung des Erzgebirges durch die Eisenbahn. Sicherlich war nur wenig Platz auf der Tafel, aber lustig ist dieser Handlungsbogen schon… England, Sachsen, Erzgebirge (in Berlin sagt man Rom, Paris, Erkner) Okay, soll es eben so sein. Der Rest des Raumes behandelt die Geschichte, den Anfang und das Ende der Schmalspurstrecke Grünstädtel – Oberrittersgrün. Super Idee sind die beiden interaktiven Puppen, die Einheimische imitieren. Ja, man setzt sich daneben und die fangen an, in Mundart Geschichten zu erzählen. Das hab ich so noch nicht gesehen bzw. gehört. Schön!

Der Güterboden

Ich weiß gar nicht, warum der Güterschuppen in Sachsen Boden heißt, aber gut. Bevor wir den jedoch betreten, durchqueren wir einen Raum, der sich mit dem Betriebsdienst beschäftigt. Also Fahrkarten, Kellen, Mützen, Telefone, also Dinge, die man auf einem Bahnhof und im Zug braucht oder wenn man so will, die Arbeitsmittel von Fahrdienstleiter und Zugführer.

Der große Güterboden bringt dem Besucher die Geschichte und Geschichten rund um den Güterverkehr im Tal nahe. Und das nicht nur, seit es die Bahn gibt, sondern auch wie davor Güter transportiert wurde. Dazu passen ist der, dem Rundgang folgend, nächste Raum zu verstehen. Hier geht es um die (vergangene) Industrie als Anrainer der Schmalspurbahn. Von hier wurden Schlitten, Bollerwagen und Weihnachtspyramiden (in speziellen Verpackungen) in die ganze Welt geliefert. Im weiteren Verlauf der Ausstellung wird noch auf die Geschichte Rittersgrün und den Bergbau eingegangen. Das einzige was ich nicht gesehen bzw. nicht bewusst gesehen habe, ist der Meteorit, von dem es hier, zumindest eine Kopie geben soll (wer weiß).

Draussen

Nun geht es raus. Ja, erst mal rauchen und umsehen! Was sofort auffällt, ist das Display in dem die Industrie Diesellokomotive neben ein paar passenden Wagen ausgestellt ist. Die 1935 gebaute Lok, eine Jung ZL233 gehört seit 1991 zum Museum und wurde von den Mitarbeitern zwischen 2011 und 14 aufwendig restauriert. Obwohl die kleine grüne Dampflok lockt, gehts erst einmal auf dieser Seite weiter. Vorbei geht es an einer normalspurigen Köf nebst Güterwagen auf einem Schmalspur Rollwagen (die hier nie eingesetzt wurden). Ach ja, ein wenig unnützes Wissen… Eine Kö(f) ist offiziell eine Kleinlokomotive mit ölmotor (Dieselmotor) und flüssigkeitsgetriebe! Dann stehen wir vor dem Museumsdepot. Ein großes Wort für eine Werkstatt. Aber die Ergebnisse stehen in oder vor dem Gebäude. Respekt, was hier geschaffen wurde und wird. Schön. Das Gebäude wurde 2003/04 nach dem letzten Jahrhunderthochwasser errichte. Hinter der Ecke findet sich noch die Feldbahnstrecke, eine neue Leidenschaft im Museum. (Meine nicht)

Selbst wenn jetzt eigentlich der Lokschuppen dran wäre, wird der links, nein rechts liegen gelassen und die kleine grüne Lok betrachtet. Die 1903 bei Orenstein&Koppel in Berlin gebaute Lokomotive kam 1996 nach Rittersgrün. Was die Maschine so besonders macht? Ist wohl die älteste O&K Lok, die noch existiert und die Allan Steuerung, also die Anordnungen der Stangen am Antrieb.

Bahnhofsgelände

Drumherum finden sich auf dem Bahnhofsgelände die verschiedensten Wagen die es zu besichtigen gilt. Jeden einzelnen zu beschreiben, würde hier zu weit gehen, diese Informationen können der Website entnommen werden. Was auffällt ist, das all die Wagen mehr oder weniger restauriert daherkommen und das diese Arbeiten vor allem in den letzten 20 Jahren in Eigenleistung durchgeführt sind. Ich habe sogar für mich einen Lieblingswagen identifiziert, den Kesselwagen! Der eigentlich gar keiner ist, sondern es handelt sich um einen 1932 gebauten Sprengwagen! Schön sieht man hier die Bauteile der vor allem in Sachsen weit verbreiteten Heberleinbremse!

Vor dem Schuppen

Nun ist endlich der Lokschuppen dran. Auch hier wird gewerkelt. Am Besuchstag arbeiten die Mitarbeiter (Freiwillige?) an den Gleisen im Lokschuppen. Ob die sächsische IV K nur deshalb draußen steht, oder ob sie täglich als williges Fotomotiv herhalten muss, weiß ich nicht. Aber heute steht die Lok in der Herbstsonne und glänzt! Die 99 579 gehört vom ersten Tag an zum Museum. Sie zog den letzten Zug von Grünstädtel über die schon stillgelegte Strecke nach Oberrittersgrün mit allen Wagen denen man habhaft geworden war. Seitdem ist die 1912 gelieferte Lokomotive der ganze Stolz des Museums. Wobei ich gar nicht weiß, ob diese Maschine hier überhaupt gelaufen ist. Aber ist das wichtig, ob nun genau diese Lok hier unterwegs war? Ich mein nicht. Schön anzusehen ist die IV K allemal.

Im Schuppen

Ja, nun bin ich endlich drin und bin doch ein wenig enttäuscht. Nicht das mir die Ausstattung nicht gefällt, aber ich kann kein vernünftiges Bild von der zweiten Lokomotive, der 99 759 machen. Bei der 1933 gebauten Maschine handelt es sich um eine Dauerleihgabe der SDG Sächsischen Dampfbahngesellschaft. Die Lokomotive befuhr das Thumer Schmalspurnetz, später wurde sie in Zittau eingesetzt und kam 1993 zur Fichtelbergbahn. Seit 1999 befindet sich diese Schmalspur Einheitslok der Deutschen Reichsbahn im Rittersgrüner Museum. Auch hier findet sich, genau wie bei der IV K, eine Industriediesellokomotive als Zugmaschine, wahrscheinlich um die Dampfloks auf dem Gelände bewegen zu können.

Was bietet der Schuppen noch?

Klar, hier handelt es sich um einen Lokschuppen. Wer schon einmal einen solchen besucht hat, wird diverse Designelemente wiederfinden. Die Seitenwände schmücken die Stationsschildern der stillgelegten Strecke. In einem Nebenraum findet sich eine Schlosserei. Scheint eine historische Zusammenstellung zu sein, ist aber bestimmt noch in Betrieb. Man kann noch in die erste Etage hinaufsteigen, aber zum Zeitpunkt meines Besuches, war dort alles dicht. Ich glaube dort befindet sich die Modelleisenbahn und ein Museumsshop(?). Ja, ich hätte bestimmt jemand gefunden, der aufschließt, aber ich glaube die Leute waren unten so intensiv am buddeln, das ich da nur gestört hätte. Naja, man kann nicht alles haben. Auf Gleisniveau zurück findet sich ein Nebenraum in dem ein begehbarer Personenwagen im Betriebszustand zu besichtigen ist. Weiter finden sich noch diverse Devotionalien die Strecke Grünstädtel – Oberrittersgrün betreffend und noch Einiges darüber hinaus. Interessant. Ja, und das war es! Ich stehe wieder in der Sonne, hab alles gesehen…

Fazit

Das ist an dieser Stelle recht leicht und auch kurz. Super, ja, das sächsische Schmalspurbahn Museum ist, auch wenn man deshalb einen Umweg fahren müsste, einen Besuch wert. Die Einsatzbereitschaft dieses Museum aufzubauen, die Freude an den Fahrzeugen zu werkeln, das Engagement, die Fahrzeuge zusammen zu tragen, gehört durch einen Besuch honoriert. Das Gesamtpaket stimmt einfach. Und, was ich nur betonen kann, das Schmalspurbahn Museum ist täglich geöffnet (ja, außer Montags). Zum Abschluss sollte ich noch erwähnen, das das erste Eisenbahnmuseum der DDR eigentlich eine eisenbahntechnische Schauanlage ist oder war oder wieder werden wird. Gemeint ist natürlich nur die Definition. Museum ist für die meisten wohl am verständlichsten. Egal, mir hat es gefallen. Weiter so!

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