SCHWEIZ – Die Gornergratbahn

Das Ziel heute ist die zweithöchste Bergbahn in der Schweiz, die Gornergratbahn. Für die Reise zum Matterhorn ist wiederum Brig der Ausgangspunkt. In Vorbereitung auf die Reise musste ich erst mal schauen, wo Zermatt überhaupt war. Jetzt wird jeder sagen…in der Schweiz. Ja…das stimmt zwar nicht ganz, kommt der Sache aber recht nah. Ohne zu schauen hatte ich Zermatt jedoch irgendwo anders vermutet… naja ich hab’s gefunden… Aber zurück nach Brig. Hier haben wir einen guten Ausgangspunkt für alle Highlight der südwestlichen Schweiz. Nach Zermatt, der Stadt im Schatten des Matterhorns kann man ohne umsteigen durchfahren. Natürlich kann man auch in Visp in den Zug steigen, wenn man aus Genf Lausanne oder sonst woher kommt…oder ganz mondän den Glacier Express benutzen. Der ist aber auch nicht schneller, nur teurer und voller…

Brig-Visp-Zermatt-Bahn

Die Anreise selber, ist eigentlich auch schon bemerkenswert. Es geht nur nach oben, mal mehr, mal weniger steil. Abschnittsweise unterstützt eine Zahnstange die Bergfahrt. Ich habe nicht gezählt, aber es sind uns glaube ich drei ‚Glacier Express‘ Züge planmäßig entgegengekommen. Das ist lustig, kommen die an dem(!) Glacier gar nicht mehr vorbei. Siehe Furka Dampfbahn! Dann ist man Betonbahnhof Zermatt. Nicht schön aber sicherlich praktisch… Der eine oder andere wird schon in Zermatt gewesen sein und sich seine eigene Meinung über dieses Städtchen gebildet haben. Nun…ich auch! Wobei ich es jetzt nicht ganz sooo schlimm fand. Früher hätte man mondän gesagt, aber das passt heute nicht mehr. Vor allem wenn kein Schnee liegt, ist es einfach nur ein Dorf, das am Fuß eines bekannten Berges liegt. Chamonix am Mont Blanc ist genauso öde! Da fahren nicht mal die Berg / Seilbahnen im Sommer…(der aber auch bis in den Dezember geht…!)… Ich will aber nicht meckern, bin ja wegen der Gornergratbahn da und die beginnt direkt gegenüber des Zermatter Bahnhofs.

…und es klart auf in den Bergen…ob das Matterhorn wohl zu sehen sein wird? Alle die auf den Zug warten haben wohl die gleiche Frage im Kopf…alle Blicke sind sehnsüchtig Richtung Berg gerichtet.

Zeit für ein paar allgemeine Informationen:

Die Gornergratbahn

  • Länge: 9,4 km Spurweite 1000mm
  • Steigung: 20% von 1.604m auf 3089m
  • Eröffnung: August 1898
  • Fahrzeiten: durchgängig
  • Website offiziell 

Der Berg ruft!

Es geht los. Das Drehkreuz ist passiert und nun wartet die nächste Hürde, die Wagentür…es wird sich angestellt…nun ich bin groß, also steh ich vorn, will ja am Fenster sitzen. Hinter mir steht eine sächsische Reisegruppe (es gibt schlimmeres… lärmende Kinder z.b.) ich höre ja nicht zu, wenn andere sich unterhalten, aber große Ohren habe ich schon. Der Reiseleiter gibt seiner Gruppe den Tip „setzt euch auf die rechte Seite“ gesagt getan, nur Sekunden, nachdem sich die Türen geöffnet haben, sitze ich in Fahrtrichtung auf der rechten Seite. Ein Dankeschön an dieser Stelle noch mal an den Herrn aus Riesa… Der sitzt mir mit seiner Truppe gegenüber und so kann ich seine Erklärungen verfolgen, die aber diiee ganze Strecke auch nicht aufhören. Vor allem, wenn der Sauerstoffgehalt geringer wird, fängt es dann doch an, ein klitzekleines bisschen zu nerven…! Egal, der Zug rummelt los…das liegt aber ausnahmsweise nicht am Alter der Wagen, die sind recht modern, nein, der Antrieb erfolgt vollständig über die Zahnstange.

Dem Matterhorn ganz nahe!

Nachdem wir die Baumgrenze überschritten haben, sind natürlich alle Blicke auf das Matterhorn gerichtet… noch sind nur Wolken rund um den Berg zu sehen, ansonsten ist der Himmel blau, wie er blauer nicht sein kann. Die Spannung steigt…es geht weiter nach oben und ich frage mich wie ich mit den 3.000 m Höhe umgehen werde, aber mein Geist ist willig und ich hoffe mein Körper auch…! Unterwegs fallen mir die wirklich Verrückten auf, die mit dem Fahrrad unterwegs sind…also hoch…nicht runter (das hätte ich ja noch verstanden) und ich bekomme Schnappatmung wenn ich nur an die Höhe denke…naja.

Dann sind wir oben! Das Matterhorn versteckt sich immer noch… aber der Rundblick entschädigt natürlich… Ein Fahrstuhl hilft mir noch ein wenig höher zu kommen, dann noch eine kleine Steigung und schon habe ich es sogar auf 3.100 m geschafft. Höher geht es an dieser Stelle nicht mehr…reicht auch, es folgt ein Moment deshalb innehaltends, ein Moment der Ruhe…und…vor allem muss ich Luft haben, viel Luft. Jetzt kann ich mich den Bergen widmen. Gut, es ist Sommer und der Schnee hält sich in Grenzen, aber schön ist es trotzdem… Gletscher schmelzen langsam, das kann sogar ich erkennen… was macht das Matterhorn…ein kurzer Blick hinüber…es wird…wenn auch nur kurz ist die Spitze zu sehen…schön! So hatte ich mir das vorgestellt…

IMG_4288

IMG_8321Nun, alles gesehen und fotografiert…es wird Zeit für dichtere Luftschichten… Ich bin mir nicht sicher wo die Leute hin sind…der Zug ist leer… In Zermatt angekommen noch ein kurzer Rundgang durchs Städtchen, einen kleinen Imbiss genommen und schon geht es wieder zurück nach Brig, diesmal mit umsteigen in Visp, einem Ort den man sich durchaus schenken kann…

Fazit

Ja, man muss da hoch. Hätte ich aber auch mit Seilbahn oder Bus gemacht. Der Zug war da, also fährt man damit. Zermatt kann man sich drücken, aber ich kann nur Brig empfehlen, klein fein, nicht überlaufen und in alle Richtungen gut angebunden…

IMG_4361

Bahnstrecken

SCHWEIZ – Dampfbahn Furka Bergstrecke

SCHWEIZ – Die (vergessenen) Jura Bahnen

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .