Museo Nationale Ferroviario di Pietrarsa

Das Museo Nationale Ferroviario di Pietrarsa, dass italienische Eisenbahnmuseum befindet sich in der Nähe von Neapel in Pietrarsa. Von Napoli Centrale bzw. Piazza Garibaldi (das ist der Tunnelbahnhof unter Centrale) kommt nach einer 15minütigen Fahrt durch Hafen und Vororte zur Station Pietrarsa-S. Giorgio A Cremano. (MET Linie 2) Diese Bahnstrecke ist übrigens die älteste Italiens. Der Eingang befindet sich direkt am/im Bahnhof. Mit Parkplätzen sieht es eher schlecht aus.

  • Öffnungszeiten: 
    • Donnerstag    14:00-20:00 Uhr
    • Freitag            09:00-16:30 Uhr
    • Wochenende 09:30-19:30 Uhr
    • es gibt Ausnahmen, bitte auf Website prüfen
  • Adresse:
    • Museo Nazionale Ferroviario di Pietrarsa, Traversa Pietrarsa, 80146 Napoli
  • Website offiziell 

Rundgang Museo nationale ferroviario di Pietrarsa

Um es vorweg zu sagen…das Museum ist einfach nur geil. Also, wenn man das wesentliche sehen will… Lokomotiven… ist man hier genau richtig! Und dann die Lage…traumhaft! Muss man es einfach gesehen haben, direkt am Wasser…Blick auf Neapel.

Bei dem Objekt handelte es sich um eine / die älteste Eisenbahnwerkstatt Italiens. Anfänge gehen bis ins Jahr 1840 zurück. Als Museum ist die Anlage 1989 eingeweiht worden, in der jetzigen Form seit 2007 zu besichtigen.

Pavillon A

Die frühere Montagehalle (Pavillon A) beherbergt vor allem Maschinen bis 1945. Das heißt, hier sind die Dampf- und die frühen Drehstrom-E-Lokomotiven zu bewundern. Die Größe der Halle selbst ist schon beeindruckend, aber auch die Fülle der ausgestellten Maschinen ist recht imposant. Sicherlich werden sich die meisten die Dampflokomotiven näher besehen, was natürlich zu verstehen ist.

Aber mich interessieren eher die 3-Phasen-Wechselstrom Fahrzeuge. Warum, nun, diese Kombination, vor allem in dieser Größenordnung war einzigartig in Europas. Sicher gab es in allen Ländern Versuche mit den bekannten Stromsystemen, aber man entschied sich meist anders, da sich die 3-Phasen-Wechselstrom Infrastruktur (Fahrleitungen) nur recht aufwändig realisieren ließ. In Italien ist die letzte Strecke dieser Art Mitte der 70iger Jahre, auf das damalige angewandte Gleichstromsystem umgestellt worden. Mittlerweile werden die Schnellfahrstrecken in Italien wieder mit Wechselstrom betrieben, wenn auch nur mit 1-Phasen-Technik.

Pavillon B/C

Im nächsten Gebäude war der Heiz- und Ofenbereich untergebracht. Heute werden hier E-Loks und Triebwagen ausgestellt (Pavillon B/C). An die Form und vor allem die Farbgebung der früheren italienischen Staatsbahn muss man sich erst einmal gewöhnen. Welchen Sinn dieses K*braun hatte, wird sich mir genau so nicht erschließen, wie die weiß gestrichenen Schienen… Aber zurück zum Thema. Interessant auch die, nach längerem Betrachten doch recht formschönen Triebwagen.

Die restlichen Gebäude sind schnell durchquert, Diesellokomotiven, Modelle und Sonderausstellungen besichtigt und es bleibt noch Zeit für eine Pause auf einer Bank direkt am Wasser. Mein Fazit habe ich ja schon vorweg genommen.

Hier noch ein Tipp, was man mit dem restlichen Tag anfangen kann. Ich habe das Herkulaneum besucht, einer Ausgrabungsstätte ähnlich Pompeii. Nur nicht ganz so überlaufen. Mir hat es sogar besser gefallen. Leider ist dieses Museum am Wochenende von dieser Seite nicht wirklich gut zu erreichen, ein längerer Fußmarsch von der Station ‚Portici – Ercolano‘ ist nötig. Ausgeschildert ist es nicht, aber wenn wann die ungefähre Richtung erkannt hat und Google Maps bemüht, findet man es leicht. Es lohnt sich aber auf jeden Fall.

Zurück

Zurück nach Neapel geht es dann von der Station ‚Ercolano Scavi‘ der Gesellschaft ‚Versuviana‘. Diese Schmalspurbahn sollte man in jedem Fall gesehen haben. Nicht nur, das es scheinbar am Wochenende keinen Fahrplan gibt und das keinen zu stören scheint. Auch die Fahrzeuge sind sehenswert…alt, dreckig und beschmiert, wie es nur in Neapel geht! Klar geht es auch anders…schick der ITALO! Wobei ich gelesen haben, das auch modernere Fahrzeug vorhanden sein sollen (wo auch immer die sich bei meinem Besuch versteckt hatten!)

Schauen wir uns noch Neapel an!

Ist Neapel eine Stadt der Gegensätze? Ich glaube, ich war nicht lange genug da um es wirklich beurteilen zu können. Mein Hotel war im, nennen wir es einfach mal, modernen Teil, dem ‚Centro direzionale di Napoli‘. Der Komplex wurde von einem japanischen Architekten entworfen und nach 10 Jahren Bauzeit 1995 fertiggestellt. Die Planungen für ein Geschäftszentrum gehen jedoch auf das Jahr 1964 zurück. Dauert eben alles in Süditalien. Wenn man sich den Wikipedia Eintrag ansieht (leider nicht in Deutsch) denkt man an Wunder was da entstanden ist. Dem kann ich gut 25 Jahre nach Fertigstellung nicht so ganz zustimmen. Leider stehen viele Gebäude leer, bzw. sind die Fenster derart verdreckt, das man dies annehmen muss. Das Untergeschoss, nun war bestimmt eine super Idee, den Verkehr in den Untergrund zu verlegen, ist nicht fertig gestellt worden. Auch sonst, sieht vieles nicht fertig oder nicht genutzt aus. Schade eigentlich.

Naja zum gutbürgerlichen Teil der Innenstadt muss man nicht viel sagen, sind bestimmt schöne Büros oder Wohnungen. So man aber in eine Seitenstraße abbiegt, wird man endlich in seinen Vorurteilen gegenüber süditalienischer Städte bestätigt. Hier ist es enger, nicht mehr ganz so schön und die Einheimischen sehen einen auch nicht gerade so an, als wenn sie den ganzen Tag auf gerade dich gewartet haben. Aber gut, dass kann dir in Berlin Neukölln oder Kreuzberg auch passieren. Noch ein Wort zum Hauptbahnhof. Mal davon abgesehen, das sich recht merkwürdige Leute dort versammelt haben (nein, nicht die Mafia), muss man wissen, das es eigentlich nur einen Bahnhof gibt, obwohl den jedoch zwei Namen schmücken. Stazione di Napoli Centrale ist der überirdische alte Teil und dann gibt es noch den unterirdisch angeordneten Napoli Piazza Garibaldi. Beide sind verbunden, wobei Centrale den Fernverkehr und Garibaldi den Nahverkehr und die Metro aufnimmt. Etwas verwirrend.

Letztlich habe ich es auch noch zum Hafen geschafft. Viel zu sehen gibt es da nicht mehr, wenn man mal von der Stazione Marittima, dem heutigen Kreuzfahrtterminal absieht. Wie man auch Bauten in Deutschland ansieht, wann sie gebaut wurden, ist es hier nicht anders. Geplant 1933 als Tor zum Mittelmeer durch die faschistische Regierung, Baubeginn war 1934, wurde das Gebäude 1936 fertiggestellt. (Es kann also doch schnell gehen) Offiziell nennt sich dieser Architekturstil italienischer Rationalismus. Also mir gefällt das. (und leider kein Schiff da)

Ein Fazit

Ja, mir hat dieser kurze Ausflug nach Neapel gefallen. Neapel ist, sagen wir, anders als die Städte in Norditalien. Das ist spannend. Und es gibt viel zu sehen. Das Eisenbahnmuseum, für mich eins der besten in Europa, der Vesuv, ja ich habe mich da hoch gequält, dann das Herculaneum, das mir besser gefallen hat als Pompeij (was überschätzt wird) und noch vieles mehr, das ich gar nicht gesehen habe… Sogar mein Hotel hat mir gefallen, über die Lage kann man streiten, aber ich habe den Vesuv von meinem Fenster gesehen. Naja eher ein, wie heißt es immer so schön, seitlicher (Meer) Vesuv Blick. Auch wenn ich mich Wiederhole, Neapel ist eine Reise wert. (das Bild ist nicht aus dem Zimmer)

11 Kommentare

  1. >>An die Form und vor allem die Farbgebung der früheren italienischen Staatsbahn muss man sich erst einmal gewöhnen. Welchen Sinn dieses K*braun hatte, wird sich mir genau so nicht erschließen, wie die weiß gestrichenen Schienen…<>Die Farbbezeichnung „Isabella“ findet besonders in der Zoologie Verwendung (beispielsweise isabellfarbene Pferde, Fellzeichnung bestimmter Hunderassen, Federzeichnung verschiedener Vogelarten).
    Gleich zwei spanische Frauen, eine Königin und eine Prinzessin stehen im Verdacht, Namensgeberin für die Isabellfarbe zu sein, ein schmutzig-brauner Farbton, der auch als Nuance ähnlich wie Milchkaffee bezeichnet wird.
    1) Königin Isabelle von Kastilien
    1482 soll Königin Isabella von Kastilien gelobt haben, ihr Hemd erst dann wechseln zu wollen, bis die Stadt Granada von den Mauren befreit sei. Da die Eroberung Granadas durch die christlichen Heere und der Abschluss der Reconquista erst zu Beginn des Jahres 1492 gelang, dauerte es der Legende nach also zehn Jahre, bis Königin Isabella wieder ein frisches sauberes Hemd anziehen durfte.

    2) Infantin Isabella Clara Eugenia
    Bei der zweiten möglichen Namensgeberin handelt es sich um die spanische Prinzessin Isabella Clara Eugenia, geboren 1566, gestorben 1633, Tochter König Philipps II., verheiratet mit Erzherzog Albrecht von Österreich. Während des Achtzigjährigen Kriegs belagerten Truppen, an Spitze ihr Ehemann, die Stadt Ostende. Die Prinzessin hatte als Brautschatz in die Ehe die Spanische Niederlande gebracht, ab1599 regierte Albrecht dort als Landesfürst bzw. Regent.
    Infantin Isabella Clara Eugenia gelobte bei Beginn der Belagerung, ihr ursprünglich weißes Hemd erst dann wechseln zu wollen, wenn Ostende gefallen ist, Erzherzog Albrecht VII. wieder zu ihr zurückkehren könne.
    Die Belagerung begann 1601 und dauerte drei Jahre, drei Monate und drei Tage und war schließlich 1604 beendet. <<

    Der genaue ISABELLA-(Ocker-Lehmfarben-)Farbton für Loks und teilw. Personenwagen ist und war offenbar nicht genau festgelegt.
    Ist und war auch kein Standard-RAL-Farbton o.Ä.. Je nach Ausbleichungs- und Verschmutzungsgrad, Licht, Glanz oder Mattfarbe, Bindemittel (früher wohl nur gelblich-bräunliches Leinöl?) sieht der immer etwas anders aus (war bei vielen Brauntönen anderer Bahnen auch nicht anders). Teilweise tatsächlich ziemlich hässlich, wie auch die zwar erstaunlich modernen aber immer irgendwie "brutal" wirkenden ital. Bahnfahrzeug-Formen.
    Das ist aber bei allen anderen Bahn-Farben und Farbgebungen auch nicht sehr viel anders. Auch und besonders bei Buntfarben (z.B. beim aktuellen DB "Verkehrsrot")
    Durch die Kombination mit dem "CASTANO"-Braunton und roten Pufferbalken etc. und der zumindest früher sehr sorgfältig aufgemalten wenn auch spärlichen teilw. schattierten Beschriftungen sah das Ganze doch sehr attraktiv aus. Besser jedenfalls als der darauf jahrzehntenlang folgende grundsätzliche graue-Anstrich für Altbau- und Standard-Personenwagen.
    Nachdem ich seit meiner Kindheit in den 1960er-Jahren diese FS-Farbgebung kenne, kann ich immer noch nur sagen:
    Der passt(e) einfach perfekt zur südländisch ital. Landschaft und deren (häufiger) Lehmboden-Farben.
    Der unvermeidbare (Flug-)Rost und Schmutz, Beulen im Blech und für deutsche Sichtweise ziemlich provisorisch angebracht wirkende Bauteile fielen auf dieser braunen Farbgebung nicht besonders negativ auf.
    Waschen von Bahnfahrzeugen war in der FS-Zeit schon wg. Wassermangel und Sparzwang ein Luxus. Deshalb im Gegensatz zu heute eher selten.
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    Weiße Schienen und Gleisbette (meist nur im Bahnhofsbereich u.Ä.):
    Das ist nicht nur in Italien eine einfache, billige und umweltfreundliche Hygiene-Maßnahme, vor allem gegen Kloake-Gerüche (offene Toiletten-Entleerung auf den Bahnkörper!): Das Gleisbett wird mit "Kalkmilch" oder "Sumpfkalk" (ungelöschter Kalk mit Wasser vermischt, dadurch kaum mehr ätzend) besprüht. Kalk hat bei Trockenheit eine neutralisierende Wirkung und bindet Feuchtigkeit, reduziert Fäulnisbildung und dadurch entstehende Gerüche.. Bei Regen ists eh egal.
    Durch Regen wird der Kalk nach und nach in das Schotterbett eingewaschen. An den senkrechten Schienenflanken bleibt der Kalk oft längere Zeit kleben. Der dadurch entstehende Sicherheitseffekt gegen Stolpern durch bessere Sichtbarkeit der Schienen besonders im Dunklen ist sicher nicht unerwünscht: "Vietato attraversare i binari" ist eben oft nur ein Wunsch.

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