Die Brockenbahn

Ja, ich war im Harz! Immer wieder bin ich mal rechts, dann links, oben und unten vorbeigefahren, aber direkt im Harz war ich das letzte Mal 1974… zur Fußball WM, da kann ich mich noch dran erinnern! Also, dunkel… irgendwie! Ohne dem Bericht vorwegzugreifen, es hat sich gelohnt! …also die Bahnfahrt. Ja, es ist eine schöne Landschaft, ja, die bekannten Städtchen sind nett zurechtgemacht, aber der Rest… Leider hat man das Gefühl, das hier nicht nur eine ganze Region vergessen wurde, nein, das das Land in einen tiefen Dornröschenschlaf verfallen ist bzw. in den selben versetzt worden. Dabei gibt es so viel zu sehen… Thale, Blankenburg, Wernigerode, die Rappbode Talsperre etc. Mich interessieren natürlich vor allem die Bahnhöfe…

Ich musste diesmal doch ein wenig suchen, bis ich ein passendes Hotel gefunden hatte. Was mich doch enttäuscht hat, ist die Tatsache, das viele Hotels, zumindest in Wernigerode, keine Restaurants mehr betreiben (lohnt nicht) und es aus meiner Sicht nicht genügend (freie) Restaurants gibt. Trotz allem ist die Stadt Wernigerode ein guter Ausgangspunkt für eine Reise zum Brocken.

Die Harzer Schmalspurbahn GmbH

Die Brockenbahn ist heute Teil der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) an. Dieses Konstrukt bündelt seit 1993 die Geschicke der Harzquer- und Brockenbahn, sowie der Selketalbahn. Ich habe mir mal, auf der Suche nach den Passagierzahlen, den Geschäftsbericht der HSB angesehen. (also den letzten, im Bundesanzeiger verfügbaren Bericht von 2018) Die gesuchten Zahlen hab ich zwar an dieser Stelle nicht gefunden. Dafür wurde ich in der Hannoverische Allgemeine Zeitung fündig, so wurden auf der gesamten HSB 1,1 Millionen Fahrgäste befördert, allein die Brockenbahn nutzen 650.000 (2017 600.000) Dies führt die HSB, gemäß Geschäftsbericht, auf das ausgesprochen schöne Wetter zurück. Weiter findet sich dort ein Hinweis, das 80% des Umsatzes (abweichende Tarife zum Restnetz) auf der Brockenbahn erzielt werden. Interessant in diesem Zusammenhang sind die folgenden Hinweise im Geschäftsbericht. Im Kapitel 1 heißt es:

„Die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) konkurriert infolgedessen mit unzähligen, ebenfalls teils außergewöhnlichen Angeboten, wobei das Umfeld des eigenen Hauptzieles – der Brocken – sowie der Weg dorthin, dem Anspruchsniveau vieler Besucher nicht mehr entspricht und somit vor diesem Hintergrund eine Verbesserung der dortigen Situation, trotz der bestehenden rechtlichen und tatsächlichen Rahmenbedingungen, zwingend erforderlich ist. Insbesondere die durch den Klimawandel und dessen mittel- und unmittelbaren Folgen verursachten Waldschäden werden im Rahmen einer mit dem Nationalpark Harz gemeinsam zu bearbeitenden Kommunikationsstrategie für die Fahrgäste der HSB und alle Touristen auf dem Weg zum Brocken sachgerecht aufgearbeitet werden müssen.“

An andere Stelle zum gleichen Thema (Entwicklung der Umsatzerlöse)

„Das hohe Niveau der Fahrgastzahlen in der Region Wernigerode verzeichnete sogar einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Bei Beibehaltung des bisherigen von der HSB nicht zu beeinflussenden Umfeldes auf dem Brocken, aber insbesondere auch bei dem von unseren Fahrgästen als „problematisch“ empfundenen Zustand des Waldes im Nationalpark Harz sind auch stärkere Besucherrückgänge nicht auszuschließen. Hier treffen ästhetische Beweggründe und Befürchtungen zu Besucherrückgängen auf die Argumentation des Nationalparks Harz, der Waldentwicklung quasi „freien Lauf“ zu lassen. Die Bedeutung einer offensiven und transparenten Kommunikation dieser Herangehensweise auch durch die touristischen Partner des Nationalparks Harz wird weiter zunehmen.“

Man hat hier ein Problem erkannt, das jeder, der die Brockenbahn benutzt, mit eigenen Augen sehen kann. Das Konzept naturbelassener Wald ist aus meiner Sicht nur Ablenkung vom eigentlichen Thema… Unwetter, Personalengpässe, fehlende Mittel, verlorener Kampf gegen den Borkenkäfer.

Aber der Geschäftsbericht hat noch eine interessante Passage zu bieten, die nicht ganz unwichtig in Bezug auf die Investition in die neue Werkstatt ist. Hier heißt es doch wirklich im Kapitel III Absatz 1 „Bestandsgefährdende wirtschaftliche Risiken der künftigen Entwicklung“:

„Die Fahrzeuguntersuchungen, insbesondere von Dampflokomotiven, gestalten sich immer schwieriger. Die nach wie vor exorbitanten Preissteigerungen durch den z. Z. einzig für die HSB in Frage kommenden Anbieter, verbunden mit einer steigenden Unzuverlässigkeit, sowohl in Hinsicht auf Qualität als auch Termintreue, werden zu einem ernsthaften Problem für die Aufrechterhaltung des Betriebes in jetziger Form. Darüber hinaus gibt es keine verlässliche Prognose bzw. Garantie für das längerfristige Vorhandensein dieses Anbieters. Vor diesem Hintergrund ist der Bau der eigenen Werkstatt die einzig wirtschaftlich sinnvolle Alternative und wird von der HSB mit Vehemenz vorangetrieben. …“

Aha, nehmen wir das mal so hin, ohne weitere Namen zu nennen! Aber eins weiß ich, mein Großvater würde sich ob solcher Informationen im Grab umdrehen… Mit der Werkstatt ist mittlerweile begonnen worden, ich wünsche hier viel Erfolg…!

Kurze Geschichte der Harzbahnen

Als Erste der Harzer Schmalspurbahnen, wurde die Gernrode-Harzgeroder Eisenbahn Gesellschaft tätig. Zwischen 1887 und 1905 ist die Bahn zwischen Gernrode und Harzgerode und nach Eisfelder Talmühle bzw. Hasselfelde in Betrieb genommen worden. Bekannt geworden ist die Strecke freilich nicht unter ihrem eigentlichen Namen, sondern als Selketalbahn. Ab 1896 begann die Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn-Gesellschaft ihre Strecke zu errichten. Schon 1899 konnte die Gesellschaft ihre Bahn, incl. dem Abzweig zum Brocken, eröffnen. 1899 folgte abschließend die Südharz-Eisenbahn Gesellschaft, mit der Verbindung zwischen Tanne, Walkenried und Braunlage. Nach dem Krieg wurde diese Strecke Opfer der deutschen Teilung. Die Stilllegung erfolgte abschnittsweise bis 1963. Nicht vergessen sollten wir die normalspurige Ergänzungsstrecke der Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn, die Rübelandbahn. Die seit 1886 von Blankenburg ausgehende Strecke, ist in Abschnitten noch heute in Betrieb, wird aber nur noch vom Güter- und Sonderzügen genutzt.

Die Brockenbahn

Es ist wohl klar definiert, das die eigentliche Brockenbahn erst im Bahnhof Drei Annen Hone beginnt. So man aber den Fahrplan der HSB zur Hand nimmt, findet sich der Beginn der Strecke nun in Wernigerode. Hier soll auch meine Reise beginnen. Weil ich gerade bei Fahrplan bin, auf den ersten Blick sieht auch der Winterplan recht voll aus, doch sollte man, gerade wenn man in Wernigerode aufbricht sehr genau hin schauen. Denn es gibt nur drei Direktzüge, die in der Ferienzeit noch durch zwei weitere ergänzt werden. Zurück sind es zwar auch drei, die sich aber nicht sinnvoll an die Hinfahrt anschließen. Besser sieht die Lage in Drei Annen Hohne aus, hier sind 6 Zugpaare plus Ferienergänzungen notiert. Nur im Sommer, in der Ferienzeit sieht es von Wernigerode besser aus, dann erfolgt die Durchbindung von 6 ’normalen‘ Zugpaaren. Zusammenfassend ist festzustellen, wer nicht in Wernigerode nächtigt, ist ggf. besser beraten, die Reise zum Brocken von Drei Annen Hohne aus anzutreten. Hier ist auch ein großer, aber gebührenpflichtiger Parkplatz vorhanden.

Der Fahrpreis von Wernigerode zum Brocken scheint für Hin- und Rückfahrt mit 47 € pro Person recht hoch zu sein. Wenn man aber das Gesamterlebnis berücksichtigt ist hier jeder Euro gerechtfertigt. Im internationalen Vergleich gibt es sogar noch Spiel nach oben. Wir dürfen auch nicht vergessen, das die Harzer Schmalspurbahnen im deutschen Umfeld und damit auch deutschen Tarifverträgen unterwegs ist. Es gibt aber eine Reihe von Ermäßigungen, die das Reisen, nicht nur auf der Brockenbahn, sondern auf der gesamten HSB günstiger machen. Alles weiter sollte man der ausgezeichnet strukturierten Website entnehmen.

Fakten

  • Streckenlängen:
    • Brockenbahn 18,96 km
    • ab Wernigerode 33,14 km
  • Spurweite: 1.000 mm
  • Steigung: max. 33 Promille
  • höchster Punkt: Brocken 1.125 m
  • Höhenunterschied:
    • Wernigerode – Drei Annen Hohne: 309 m
    • Drei Annen Hohne – Brocken: 582 m
  • Kurvenhalbmesser: min. 60 m
  • Website offiziell
  • Website Freundeskreis Selketalbahn e.V. (viele zusätzliche Informationen)

Bahnhof Wernigerode

Bevor es losgeht, sollte man auf jeden Fall einen Rundgang über den Bahnhof Wernigerode einplanen. Dem Kleinbahnhof sieht man irgendwie an, in welcher Periode er erbaut wurde. Vielleicht weiß jetzt der eine oder andere doch nicht was ich meine, aber der Bahnhof ist ein Vertreter des Heimatschutzstil, der gerade in der Zeit des Nationalsozialismus seine Blüte hatte. Natürlich habe ich dafür keine Beweise… Aber wer sich dieses Gebäude aus dem Jahr 1935 vor diesem Hintergrund ansieht… Ach ja, für den, den es interessiert, der alte Bahnhof befand sich mitten auf dem jetzigen Bahnhofsvorplatz, also dort, wo sich jetzt die Parkplätze befinden (auch reine Spekulation, aber siehe Bild oben!)

Ganz was Feines ist natürlich die Aussichtsplattform, von der aus man einen hervorragenden Blick auf den Abstell- und Bereitstellungsraum der Dampflokomotiven hat. Die Personenwagen werden teilweise mit Diesellokomotiven der BR 110 bereitgestellt, was recht unförmig aussieht. Aber egal, ich hatte die auch noch nie live gesehen.

Früher fand ich es recht schön, wenn im Winter Züge mit Dampf beheizt wurden. Immer war irgendwo eine Stelle undicht und dichte Dampfschwaden waberten umher. Gerade bei stehenden Zügen waren die Temperatur selten unter +30°, egal welche Außentemperaturen herrschten! Das ist heute anders, die Wagen sind wohltemperiert und der Außentemperatur angepasst, aber, die Dampfschwaden hat es immer noch!

Abfahrt

An diesem Tag besteigen nicht viele Passagiere den Zug zum Brocken. So kann der Schaffner oder heißt es Zugbegleiter, noch wertvolle Tipps für die Reise verraten. Bergauf sollte man links sitzen und wer sich während der Fahrt auf die Plattform traut, sollte nicht weit von der Tür entfernt Platz nehmen. Sicherlich ist die Fahrt auf der Plattform im letzten Wagen reizvoll, aber man sollte bedenken, das der Zug lang und die Kurven teilweise recht eng sind. Es kann also sein, das nicht der ganze Zug auf das Bild/Video kommt. Also besser ein wenig weiter vorn. Noch ein Wort zur Plattform im letzten Wagen, die Fahrt dort ist nur auf der Bergfahrt sinnvoll, da direkt hinter der Lok ein Pack-/Dienstwagen eingestellt ist. Der ist dann bei der Talfahrt natürlich der letzte Wagen.

Wernigerode Westerntor

Gleich der nächste Bahnhof ist ein Blick aus dem Fenster wert. (Obwohl sich der Bahnhof ’natürlich‘ auf der rechten Seite befindet) Hier haben wir den eigentlichen Betriebsmittelpunkt der HSB. Nicht nur der 1936 eröffnete Bahnhof ist interessant und eigentlich einen Besuch wert, am Standort findet sich auch das (Haupt-) Bahnbetriebswerk der Harzer Schmalspurbahnen. Zwar kann man vom Zug aus nicht viel sehen, aber es gibt wohl Führungen durch die Anlage. (Steht für das nächste Mal auf dem Plan)

Steinerne Renne

Jetzt kann man sich hinsetzten, denn der nächste Teil geht quer durch die Stadt. Das ist leider, vom Zug aus gesehen, nicht ganz so spektakulär. Naja… Das ändert sich jedoch mit der Abfahrt aus dem Bahnhof Wernigerode-Hasserode! (Hier kam wirklich mal dieses Bier her) Jetzt ist Aufmerksamkeit erforderlich, steuert unser Zug auf die engste Kurve der Strecke zu. Vor dem Bahnhof Steinerne Renne ist eine 180° Wende zu absolvieren. Imposant! (Im Video ist die Talfahrt zu sehen) Nun folgt, Kleinbahnromantik, man fährt durch den Wald, durch den einzigen Tunnel der Schmalspurbahn im Harz, dann weiter durch den Wald, während der Zug, immer am Hang entlang, stetig an Höhe gewinnt. Immerhin, auf den rund 10 km zwischen Hasserode und Drei Annen Hohne werden 260 Höhenmeter bewältigt.

Drei Annen Hohne

Der Bahnhof Drei Annen Hohne (Eröffnung 1897) ist sowas wie der Mittelpunkt von allem. Hier treffen die Anschlusszüge aus Nordhausen (Quedlinburg), auf die Züge aus Wernigerode auf die Brockenbahn. Der Bahnhof selbst ist nicht sonderlich imposant, aber, hier kann man zwischen 12 und 13 Uhr einem besonderen Spektakel beiwohnen. Zumindest während des Winterfahrplanes begegnen sich hier drei Züge incl. denen Dampflokomotiven. Die Zeit innezuhalten, sollte man sich nehmen. Das funktioniert aber nur, wenn man nicht mitfahren will.

Schauen wir uns einmal den Betriebsablauf an. Zuerst fährt der Zug aus Nordhausen zum Brocken auf Gleis 2 ein. Die Lok umfährt den Zug, um dann im Gleis 3 Wasser zu nehmen. Als nächstes fährt der Zug aus Wernigerode zur Weiterfahrt nach Nordhausen auf Gleis 1 ein. Auch hier wird die Lokomotive vom Zug getrennt, bleibt aber im Gleis. Derweil hat die erste Maschine das Wasser nehmen abgeschlossen, verlässt Gleis 3, stellt sich im Gleis 2 auf. In das nun freie Gleis 3 fährt kurz darauf der Zug vom Brocken nach Wernigerode ein. Nun werden die Maschinen von Gleis 1 und 2 getauscht. Heißt, die Lokomotive die aus Nordhausen kam, tritt nun den Rückweg nach Nordhausen mit dem Zug aus Wernigerode an. Die Lok aus Wernigerode fährt jedoch mit dem Zug aus Nordhausen zum Brocken! Gott…! Ich hoffe zwar, dass wenn im Sommer die Zugfolge dichter wird, nicht solch komplizierte Prozesse ausgeführt werden müssen. Aber den Beobachter freut die Sache schon!

Zwei Fragen drängen sich auf. Sollte die Lokomotive aus Wernigerode vor dem Anstieg zum Brocken nicht auch Wasser nehmen. Nein, das wird in Schierke gemacht. Zweite Frage, können wir uns jetzt auf eine Doppelausfahrt freuen. Auch hier leider ein nein. Bedingt durch die betriebliche Gleisbelegung, also das der Wernigeroder Zug nach Nordhausen fährt und der Nordhäuser zum Brocken, kommt es zu einer Kreuzung bei der Ausfahrt… Wenn man natürlich den Zug aus Nordhausen auf Gleis 1 einfahren lassen würde und den aus Wernigerode auf Gleis 2… Ja, es gibt 80 Millionen Bundestrainer…

Auf zum Brocken

Der ‚Frühzug‘ von Wernigerode zum Brocken fährt ohne betrieblichen Besonderheiten durch, macht in Drei Annen Hohne nur eine kurze (Raucher-)Pause. Weiter geht es mit viel Dampf (die ersten Fotografen stehen schon bereit). Von Anfang an geht es stetig bergauf, sind doch auf den nächsten 19 km rund 580 Höhenmeter zu bewältigt. Vom ersten Meter sieht man, das die Warnungen im Geschäftsbericht der HSB nicht von der Hand zu weisen sind. Der Wald ist zerstört, Windbruch wohin man sieht, dazwischen, tote Bäume! Was denen fehlt, ist mir nicht ganz klar, Wasser und/oder Borkenkäfer? Dann ist Schierke erreicht. Der kurze Halt wird genutzt, um noch einem vor dem Gipfel Wasser zu nehmen. Der Zug hat sich jetzt merklich gefüllt, erst in Drei Annen Hohne (Park+Ride Parkplatz), jetzt in Schierke (Wanderer). Ja, Wanderer bevölkern den Waggon und stehen auf der Plattform um mich herum. Richtige Wanderer? Also, das, sind für mich die Leute in quietschbunten Overalls, mit, das ist wichtig, Rucksack! Jedenfalls sind das nicht solche Weicheier wie ich eines bin, die auf dem Berg die Luft anhalten und schnell wieder zurückfahren, sondern die zurück laufen, ähhh, wandern!

Ein wenig schwierig ist es schon, die besten Fotomöglichkeiten auf Anhieb zu erkennen, die linke Seite ist zwar richtig, aber die ganze Zeit im Fahrtwind stehen, ist auch nicht immer das Wahre. Also, erst mal abwarten, aus dem Fenster schauen und die Highlights für den Rückweg merken! Unsere Lokomotive gibt sich jetzt Mühe, die Geschwindigkeit zu halten (nein, nicht die Lok, sondern Heizer und Lokführer machen das). Schnell werden es immer weniger Bäume (nicht nur Tote) und die Landschaft wird weiß. Schnee! Mehr Schnee! Wie immer, wenn ich unterwegs bin, scheint nun auch noch die Sonne (naja ein wenig zumindest), und so sieht man die Brockenspitze auch schon von weiten (kurzzeitig). Nach der kompletten Umrundung der Spitze kommt der Zug auf dem Brocken an.

Brocken und Rückfahrt

An der Endstation merkt man, wie voll der Zug wirklich war. Die Reisenden streben dicht gedrängt dem Ausgang entgegen, dann verläuft sich das Ganze auf dem Gipfel aber recht schnell. Die weiße Pracht erfreut jung und alt und kurz sogar mich. Aber, im Gegensatz zu meinen Mitreisenden, ist für mich nicht das Ziel das Ziel, sondern der Weg. Also sitze ich nach 20 min Brockengipfel wieder im warmen Zug, der sich mit mir umgehend wieder auf den Rückweg macht. Nach ca. 5 km Fahrt endet unsere Talfahrt erst einmal auf einem Stumpfgleis. Der Schaffner verrät mir, das nun ein Zug kreuzt. Auf meine Frage, warum das mitten in der Wildnis und nicht im Bahnhof Brocken passiert, erhalte ich die Antwort, das doch im Sommer viel mehr Züge fahren würden und der Bahnhof Brocken dann zu voll wäre. Im Winter behält man diese Ablauf einfach bei. Ja, gut, dann ist das eben so! Anderseits, kann man so die Vorbeifahrt des bergauf fahrenden Zuges hervorragend beobachten/filmen/fotografieren. Wenig später wird zurück gedrückt und es geht weiter. Nach wenigen Minuten, wieder eine enge Kurve, in der man den Zug in ganzer Länge und Pracht bewundern kann. Weiter geht’s in wilder Fahrt, ja, der Zug ist nicht so langsam unterwegs, wie man denkt, durch den Wald zurück nach Wernigerode!

Fazit

Es ist schon so, ich war/bin angenehm überrascht. Ja wirklich. Die Harzer Schmalspurbahnen haben ihre Strecken sehr professionell aufgestellt. Das ist gut so… Zumindest scheint es auf der, von mir bereisten, Strecke von Wernigerode zum Brocken so. Das Rollmaterial ist in hervorragenden Zustand, die Gleise sind es ebenso, das Personal ist nett und zuvorkommend, ja hat ‚einen gewissen‘ Spaß bei der Arbeit. Und das färbt auch auf den Reisenden (mich) ab! Es gibt nichts zu meckern, wirklich nicht. (der Fahrpreis ist gerechtfertigt!) Für mich bleibt die Erkenntnis, dass ich nun noch die fehlenden Strecken befahren muss. Und… auch einen Vergleich zu ähnlichen Strecken in Ostdeutschland herstellen muss. Es bleibt noch genug zu berichten…

Nachtrag

Eine Sache muss ich noch los werden. Ich habe ja nun schon die eine oder andere Strecke auf dieser Seite beschrieben. Und, das sollte jedem klar sein, die Informationen drumherum, sauge ich mir auch nicht aus den Fingern. Ich nutze also im Vor- bzw. Nachgang vorhandene Webseiten um das Wichtigste zusammen zu fassen. Meist ist hier Wikipedia völlig ausreichend, aber was ich über die Harzbahnen gefunden habe ist eher dürftig. Woran dies liegt, weiß ich nicht… Aber es gibt hier eine, wenn auch kostenpflichtige Alternative, die ich hier kurz empfehlen möchte:

  • Titel: Strecken und Bahnhöfe der Schmalspurbahnen im Harz Band 1 und 2
  • Autor: Band 1 Jürgen Steinecke; Band 2 Jürgen Steinecke, Söhnke Streckel
  • Verlag: Eigenverlag; Herausgeber: Söhnke Streckel; Band 1, 2018; Band 2, 2019

Die zwei Bücher bieten alles, was man über Strecken und Bahnhöfe wissen muss/kann. Leider aber auch nicht mehr. Für Fahrzeuge und Betrieb auf den Strecken scheint es wohl andere Werke zu geben.

Noch mehr:

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