Eisenbahnmuseum Dresden

Ist es eigentlich richtig zu sagen, ‚Eisenbahnmuseum Dresden‘? Oder besser den Zungen brechenden Namen ‚Interessengemeinschaft Bw Dresden Altstadt e.V.‘ Ich glaube, auch Eisenbahnmuseum Dresden Altstadt ist geläufig. Ich werde aber doch weiter die eher gebräuchliche Abkürzung ‚Eisenbahnmuseum Dresden‘ benutzen. Obwohl… Ist es wirklich ein Eisenbahnmuseum? Laut der Definition, die Wikipedia uns gibt, schon:

Ein Museum ist „eine gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zum Zwecke des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt.“

Wikipedia

Aber trotzdem, man möge es mir verzeihen, für mich ist Museum anders, statischer. Exponate stehen schön sauber und geputzt in Reih und Glied, nur unterbrochen durch Mitarbeiter, die mit Staubwedeln Staub wedeln. Und das haben wir hier eben gerade nicht. Hier ist alles authentisch, im Fluss, im Betrieb! Hier kann man noch Eisenbahn erleben. Ich finde ja den englischen Begriff ‚Experience‘ passend für solch Institutionen! ‚Rail Experience Dresden‘, das wäre es doch. Aber das ist ja nicht meine Entscheidung, wir bleiben hier also bei Eisenbahnmuseum Dresden.

Allgemeines

Die Geschichte des Standortes und des Vereins ist nicht schnell erzählt. Will ich hier auch nicht weiter ausführen, da die Damen und Herren das schon recht gut selbst gemacht haben. Folge dem Link! Mich würde ja die Rolle von DB und deren Museum noch genauer interessieren. Aber wie dem auch sein, ich stehe immer noch zu der These, das Dresden einen neuen Standort für sein Verkehrsmuseum braucht, wo auch das ‚Rail Experience Dresden‘ (ich kann es nicht lassen, sorry) eine große Rolle spielen könnte.

Depot des Verkehrsmuseums

Was mich an einem Samstag nach Dresden getrieben hat, war eigentlich eine ungeklärte Frage, die sich bei meinem Besuch des Verkehrsmuseums aufgetan hat. Wo sind eigentlich die 105 Fahrzeuge, die das Museum (noch) besitzt. Gesehen habe ich die zwar nicht, aber ich habe zumindest eine Ahnung. Das Depot des Verkehrsmuseums befindet sich zwar in der gleichen Straße wie das Eisenbahnmuseum, ist jedoch nicht mit diesem identisch. Eisenbahnmuseum findet sich im Schuppen 1, im Schuppen 4 und im Nebengebäude ist das Depot beheimatet (Zwickauer/Würzburger Str.). Und so ich das verstanden habe, kümmern sich die Mitstreiter der IG Bw Dresden Altstadt e.V. zusätzlich zu ihren Fahrzeugen, auch um den Bestand des Verkehrsmuseums.

Fakten

So abschreckend es sich heute auch anhört, das Museum ist am einfachsten mit dem Auto zu erreichen. Parkplätze sind in der Zwickauer Str. ausreichend vorhanden. Es gibt auch eine S-Bahn Station (Dresden-Plauen), von der aus das Museum nach einem 20 minütigen Fußmarsch erreichbar ist. Deutlich näher ist die Bushaltestelle Zwickauer Str. der Bus Linie 61.

Rundgang Eisenbahnmuseum Dresden

Was ich auch hier voransetzen muss, vor allem, weil es mich immer wieder richtig ärgert, sind die doch recht eingeschränkten Öffnungszeiten, an denen die deutschen Vereine ihre Schätze der interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen. Sicherlich, es gibt bestimmt genug Gründe, nicht täglich zu öffnen. Verlangt ja auch niemand, aber jedes Wochenende sollte es schon sein. Warum? Ich denke, nur so kann die Arbeit einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Doch so man erst überlegen muss, ist nun auf oder doch nächste Woche, ist das nicht produktiv. Sofort geht die Spontanität verloren und damit gewinnt man auch keine Laufkundschaft. Sicherlich gibt es überall feste große Events, wie hier das jährliche Dampfloktreffen, aber hört da der Anspruch schon auf? Nicht falsch verstehen, ich habe große Hochachtung vor allen Vereinsmitgliedern, die sich der Erhaltung des kulturellen Erbes oder Sonstigem verschrieben haben, vor der Arbeit, der Zeit die investiert wird, aber was soll all dies, wenn man es nicht zeigt. Verdoppelt von mir aus die Eintrittsgelder, aber öffnet euch!

Aber genug Gesellschaftskritik jetzt gehts ins Museum! Ach ja, ich will/werde hier nicht die Geschichte jeder einzelnen Lokomotive erläutern, dafür gibt es Bücher. Alles wird gut, steht ja schon an der Mauer.

Schuppen 1

Das Museum. Auf dem Gelände gibt es das eine oder andere Gebäude, dessen Aufgabe sich nicht sofort erschließt. Diese lassen wir aber mal außen vor. bewegen uns schnurstracks zum Hauptgebäude der Ausstellung, dem Lokschuppen. Beim Eintritt sollte man sich noch einmal meine Eingangs aufgestellte These über ein ‚Eisenbahn Erlebnis‘ ins Gedächtnis rufen. Das Eisenbahnmuseum präsentiert sich als dunkle Werkstatt. Hier ist es nicht staubfrei, nicht Öl frei, hier wird gearbeitet. Aber das ist nicht schlimm, das ist ja das Erlebnis, dem man bewohnen kann. Obwohl, damit hier kein falsches Bild entsteht über Osten / DDR / DR / etc. … als ich gelernt habe (Neudeutsch Azubi), haben ich auch ein Jahr in einem Bw zugebracht und da sah das nicht so aus. (Okay, war ein Diesel Bw, aber ein paar Dampfloks standen dort auch).

Drehscheibe

Zu sehen sind an meinem Besuchstag 01 137, 89 6009, 03 001, 52 8079, 102 188, E 77 10; 62 015 und die 19 017 auf der Drehscheibe. Und wie es sich für ein Erlebnis-, ähhh Eisenbahnmuseum gehört, wird die 19er nebst Drehscheibe auch bewegt. Das hat was! Aber nicht nur das, der ASF wird angespannt und die 19 gegen eine 03 getauscht. Auch hier folgen sogleich mehrere Drehungen der Scheibe inkl. Lokomotive.

Vergangenes

Eigentlich ist man damit auch schon durch. Nach einem Zigarettchen hinter der Ecke, bin ich kurzzeitig auf der Suche nach meinem Vater, finde ihn dann verträumt auf dem Führerstand der 01 wieder. Ja, das erinnert an alte Zeiten. Nein, nein, nicht er auf der Lok, sondern an meine ersten Begegnungen mit den Dampflokomotiven. Habe dann zuhause auch gesucht und siehe da, die eine oder andere der hier ausgestellten Lokomotive ist mir Anfang der 80iger schon einmal vor die Linse geraten. Moderne Technik lässt die alten Fotos direkt von den schwarzweiß Filmen wieder erwachen. Das Bild der 38 gehört zwar eigentlich nicht dazu, aber hier hat der Computer das Foto coloriert. Die Technik ist auf dem richtigen Weg!

Fazit

Gut, eigentlich gibt es nichts zu meckern. Die Vereinsmitglieder machen eine gute Arbeit, geben dem Besucher einen tiefen Einblick in ihre Welt. Das Museum ist einen Besuch wert, wenn man zufällig an einem der Samstage in Dresden ist, an dem geöffnet ist. Um das aber gleich noch mal klar zustellen, die Kritik an den Öffnungszeiten geht nicht an das Eisenbahnmuseum Dresden im speziellen, sondern an die allgemeine Zugänglichkeit der von Vereinen betreuten Ausstellungen. In Dresden ist man da voll im Trend, was ich aber nicht verstehe, das man es nicht einmal geschafft hat, die Termine für die Öffnung von Straßenbahn- und Eisenbahnmuseum zu synchronisieren (Wenn doch, dann eher zufällig!)

Das Depot des Verkehrsmuseums habe ich zwar immer noch nicht gesehen. Da bleibe ich aber dran, vielleicht schaffe ich es ja mal zum Dampfloktreffen… Wenn ich so an die frühen 80iger zurückdenke, eigentlich war sowas immer ganz schön. In dem Sinne…

Weiterführende Informationen zum Thema:

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